PaTyp – Patienten-Typologisierung für ein bedarfsgerechtes und effektiveres Coaching bei Patientinnen mit Hormonrezeptor positivem Mammakarzinom

Projektbeschreibung

Etwa 70 Prozent aller Brustkrebspatientinnen haben einen hormonrezeptorpositiven Tumor. Dies bedeutet, dass weibliche Hormone wie insbesondere das Östrogen das Krebswachstum fördern können, indem sie sich an die Tumorzellen binden. Um dies zu verhindern, wird die Ausschüttung der Hormone medikamentös unterbunden. Diese sogenannte Antihormontherapie soll fünf bis zehn Jahre lang dauern, um Rückfälle und Metastasen zu verhindern. Etwa die Hälfte aller Patientinnen bricht diese Therapie allerdings innerhalb von fünf Jahren ab, ein erheblicher Anteil bereits im ersten Jahr. Gründe für die Therapieabbrüche sind teilweise starke körperliche und psychische Nebenwirkungen, die den Wechseljahrsbeschwerden ähneln.

Studien aus der Sozialforschung haben gezeigt, dass Patientinnen weniger unter den Beschwerden leiden und Therapien seltener abbrechen, wenn sie gut über die Therapie informiert sind und das Gefühl entwickeln, die mit der Therapie verbundenen Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Basierend auf diesen neuen Erkenntnissen sollen die individuellen Reaktionen der Patientinnen erfasst werden, insbesondere die Akzeptanz ihrer Erkrankung und das Gefühl von Kontrolle über das Krankheitsgeschehen. Ihren jeweils individuellen Bedürfnissen entsprechend werden die Patientinnen in bestimmte Gruppen (Typen) eingeteilt und darauf abgestimmt Unterstützungsangebote entwickelt.

Um zu prüfen, ob diese Typ-spezifischen Behandlungskonzepte die erwünschte Wirkung erzielen, werden die Patientinnen nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die einen erhalten ein Typ-spezifisches Coaching, während die anderen nach den momentan üblichen Verfahren behandelt werden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,6 Millionen Euro gefördert.

Sollten die Typ-basierten Konzepte dazu führen, dass die Patientinnen zufriedener sind und die Therapie seltener abbrechen, könnte das Verfahren – nach einer Schulung der Behandelnden – schnell in die Regelversorgung übernommen werden. Auch die Anwendung in anderen Krankheitsgebieten ist denkbar.

Konsortialpartner

DMMP Vertrieb und Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH & Co. KG, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universität Ulm, Universitätsklinikum Würzburg