Rhe-Turn – E-Monitoring zur Steigerung der Therapiequalität und funktionellen Kapazität bei jungen Rheumapatienten mit hoher Krankheitsaktivität

Projektbeschreibung

Die juvenile idiopathische Arthritis, kurz JIA, gilt mit einer Inzidenz von 16,6 / 100.000 als eine der häufigsten chronisch rheumatischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen und setzt vor dem 16. Lebensjahr ein. Typische Symptome der Gelenkentzündung sind Schmerzen, Schwellungen und Überwärmung. In der Folge entstehen Schonhaltungen, Bewegungseinschränkungen und Kontrakturen, welche ein höheres Risiko für Bewegungsmangel und daraus resultierende Folgeerkrankungen und -probleme verursachen.

Die Bewegungsförderung nimmt mit abnehmender Erkrankungsaktivität einen zunehmenden Stellenwert in der Therapie ein. Moderate und hohe Erkrankungsaktivitäten führen allerdings aus Sorge vor einer unkontrollierten Krankheitsverschlechterung oder Gelenkschädigung meist zu einer ärztlichen Empfehlung, Belastung durch sportliche Aktivität zu vermeiden. Dadurch steigt das Risiko eines chronischen Bewegungsmangels, in dessen Folge höhere Kosten für das Gesundheitssystem entstehen.

Ziel des Projekts ist die Verbesserung der nachstationären Versorgung rheumakranker Kinder und Jugendlicher im aktiven Krankheitsstadium mittels einer digitalgestützten Intervention. Dazu entwickeln die Forschenden eine App, mit deren Hilfe Betroffene ein an die aktuelle Krankheitsaktivität und den individuellen Krankheitsverlauf angepasstes sicheres Bewegungs- und Sportprogramm absolvieren können. Diese App beinhaltet eine Feedback-Funktion und ermöglicht die Teilnahme an Video-Sprechstunden.

Die Wirksamkeit der Maßnahme wird im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie untersucht. Hierfür werden 185 Patienten zufällig der Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Die Interventionsgruppe erhält über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten Zugang zur App, während die Kontrollgruppe die Standardversorgung erhält. Die Versuchsgruppen werden u. a. hinsichtlich ihres Gesundheitszustands, ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Lebensqualität verglichen. Eine gesundheitsökonomische Analyse und eine Prozessevaluation sind ebenfalls vorgesehen. Das Projekt wird für drei Jahre mit ca. 1,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Versorgungskonzept flächendeckend implementiert und auf weitere Bereiche der Gesundheitsversorgung übertragen werden.

Konsortialpartner

aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin, Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gGmbH