S3-MUM – S3-Leitline Management der Urethritis bei männlichen Jugendlichen und Erwachsenen

Projektbeschreibung

Eine akute symptomatische Harnröhrenentzündung (Urethritis) wird durch verschiedene sexuell übertragbare Erreger (meist Bakterien wie Chlamydien, Gonokokken oder Mykoplasmen) verursacht und gehört zu den häufigsten behandlungsbedürftigen Infektionserkrankungen weltweit. Obwohl es nicht möglich ist, nur aufgrund der Symptome festzustellen, um welche(n) Erreger es sich handelt, soll in der Regel eine Behandlung mit Antibiotika eingesetzt werden, noch bevor Laborergebnisse den oder die beteiligten Erreger eindeutig identifiziert haben.

Ziel des Projekts S3-MUM ist es, eine neue S3-Leitline zur besseren, symptom-orientierten und deutschlandweit einheitlicheren Diagnostik, Therapie und Nachsorge der sexuell übertragbaren Urethritis bei Männern zu erarbeiten. Immer mehr bakterielle Erreger entwickeln Resistenzen gegen verfügbare Antibiotika. Deshalb ist es wichtig, Antibiotika in der Akutsituation sinnvoll und unter Berücksichtigung aller relevanten Erreger einzusetzen, so dass der Förderung von Resistenzen entgegengewirkt wird.

Zur Entwicklung der Leitlinie wird eine Kommission von Expertinnen und Experten aller Interessengruppen gebildet – neben den federführenden Fachgesellschaften Deutsche STI-Gesellschaft und Deutsche Dermatologische Gesellschaft werden hierfür Mandatsträgerinnen und Mandatsträger der folgenden Gesellschaften, Verbände und Institute angefragt: Deutsche AIDS Gesellschaft, Deutsche Aidshilfe, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Deutsche Gesellschaft für Andrologie, Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, Deutsche Gesellschaft für Infektiologie, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie, Deutsche Gesellschaft für Urologie, Paul Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie, „PrEP-jetzt“, Robert Koch-Institut, Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung, Berufsverband der deutschen Dermatologen, Berufsverband des öffentlichen Gesundheitsdienst, Deutsche AG niedergelassener Ärzte für die Versorgung HIV-Infizierter und Kompetenznetz HIV/AIDS. Die Leitlinie soll mit Hilfe systematischer Literaturrecherchen und basierend auf Expertenberichten z. B. zur aktuellen bundesweiten Resistenzlage in Abstimmung mit der Leitlinienkommission erarbeitet werden. Das Projekt wird dazu für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 440.000 Euro gefördert.

Die neue Leitlinie zur Behandlung der Urethritis bei männlichen Jugendlichen und Erwachsenen soll dazu beitragen, die Behandlung der Krankheit zu verbessern und ihre Verbreitung einzudämmen.

Konsortialpartner

Deutsche STI-Gesellschaft e. V., Robert Koch-Institut