SKKIPPI – Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie mittels Prävalenz- und Interventionsstudien

  • Themenfeld: Themenoffen
  • Sitz des Antragstellers: Berlin
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Zahlreiche Studien belegen, dass sich eine postpartale Erkrankung eines Elternteils negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann. Dennoch findet in Deutschland derzeit nach der Geburt keine angemessene psychische Versorgung von Eltern und ihren Säuglingen statt. Das liegt unter anderem daran, dass es zu wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt bzw. die Eltern nicht über diese Angebote informiert sind oder die Bereitschaft diese anzunehmen gering ist.

Ziel des Projektes ist es, die mütterliche Feinfühligkeit zu verbessern, um eine sichere Mutter-Kind-Bindung zu ermöglichen und negative Folgen für das Kind zu vermeiden. Die Wissenschaftler untersuchen, inwiefern dies durch eine Eltern-Säuglings-Kleinkind-Psychotherapie (EKSP) erreicht werden kann. Die ESKP gibt Hilfen zur mütterlichen und kindlichen Affektregulation und zur mütterlichen Selbstreflektion. Sie kann dabei unter anderem als stationäre Behandlung oder als sogenanntes Home-Treatment angewendet werden. Dadurch kann die Therapie bedarfsgerecht und kosteneffektiv eingesetzt werden.

Zunächst wird die Versorgungslage erfasst und bestimmt, wie häufig Mütter mit Säuglingen psychisch belastet sind. Anschließend werden zwei kontrollierte Interventionsstudien durchgeführt. Die erste Studie bezieht sich auf Mütter mit psychopathologischen Störungen, die nach der Geburt des Kindes auftreten. Die zweite Studie bezieht sich auf Mütter mit Kindern, die unter kindlichen Regulationsstörungen leiden. Es nehmen 360 Mutter-Kind-Paare teil, die auf drei Untersuchungsgruppen verteilt werden (ESKP in stationärer Behandlung vs. ESKP in Home-Treatment vs. Standardversorgung). Die notwendigen Daten zur Inanspruchnahme und Wirksamkeit von ESKP werden mittels standardisierter Tests, Fragebögen als Selbst- und Fremdbeurteilung und Diagnosen erhoben. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,4 Millionen Euro gefördert.

Die Studien liefern wichtige Erkenntnisse zur Umsetzung und Wirksamkeit von ESKP im klinischen Praxisalltag und leisten so einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer wirksamen und kosteneffektiven Versorgung von Müttern und Vätern mit postpartalen psychischen Störungen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner
International Psychoanalytic University Berlin
Stromstr. 3b
10555 Berlin
0049 30 300117 716
christiane.ludwig-koerner@ipu-berlin.de

Konsortialpartner

Charité-Universitätsmedizin Berlin; Universität Leipzig; Ev.-Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg