STRONG – Stärkung von Krankenhauspersonal in der Versorgung von Migrantinnen. Eine Berliner Fallstudie zu Genitalverstümmelung/-beschneidung

Projektbeschreibung

In Deutschland gibt es immer mehr Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund, die von Genitalverstümmelung und -beschneidung betroffen oder bedroht sind. Von 75.000 betroffenen Frauen und 20.000 bedrohten Mädchen geht Terre des Femmes gegenwärtig aus. Das Gesundheitspersonal, also Pflegekräfte, Ärzteschaft, aber auch Verwaltungsangestellte, steht hier vor neuen Herausforderungen. Sie alle sollen eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung gewährleisten und dabei zugleich gender- und kultursensible Aspekte angemessen berücksichtigen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass es im Verlauf der medizinischen Versorgung zu Belastungen und Überforderungen des Personals kommt, weil es Wissenslücken zu kulturellen Besonderheiten, aber auch zu juristischen und fachlichen Aspekten gibt. Das verhindert häufig eine angemessene Versorgung der Patientinnen.

Das Projekt STRONG will diese Situation in der Krankenhausversorgung verbessern, indem es spezifische Handlungsempfehlungen für das Fachpersonal erarbeitet. Ausgangspunkt aller in STRONG entwickelten Veränderungen sind die beteiligten und betroffenen Menschen. Deswegen erfassen die Forschenden im Rahmen einer Fallstudie in Berlin die jeweils ganz unterschiedlichen Perspektiven von Patientinnen, Krankenhauspersonal und weiteren Expertinnen und Experten. Zudem analysieren sie Dokumente, führen Experteninterviews und Gruppendiskussionen und beobachten die alltäglichen Abläufe im Krankenhaus. Aus all diesen Informationen werden dann Handlungsoptionen entwickelt und die erforderlichen Ressourcen identifiziert.

Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 468.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall versetzen die Handlungsempfehlungen des Projektes STRONG das in der Gesundheitsversorgung arbeitende Personal in die Lage, zukünftigen kultursensiblen Herausforderungen besser zu begegnen.