THEON – Wirksamkeit einer Online-Intervall-Kleingruppentherapie für Kinder mit umschriebenen Sprachentwicklungsstörungen

Projektbeschreibung

Etwa 7,6 Prozent aller Kinder weisen eine umschriebene Sprachentwicklungsstörung (USES) auf, die sich nicht auf eventuell mitverursachende Krankheitsbilder oder Syndrome wie Hörstörungen oder geistige Behinderung zurückführen lässt. Eine solche Entwicklungsstörung muss frühzeitig behandelt werden, um das Sprech- und Schreibvermögen der betroffenen Kinder zu fördern. Tatsächlich stellt die logopädische Behandlung von USES in Deutschland eine der häufigsten verordneten Therapien im Kindesalter dar. Die klassische ambulante Sprachtherapie sieht einmal wöchentlich in Präsenz stattfindende Behandlungstermine vor, die sich aber z. B. in der aktuellen Corona-Pandemie aufgrund von Kontaktbeschränkungen oft nicht durchführen lassen.

Könnte die logopädische Behandlung videogestützt und mittels eines tragbaren Computers durchgeführt werden, ließen sich diese Behandlungsausfälle minimieren. Ziel des Projekts THEON ist deshalb eine wissenschaftliche Untersuchung, ob eine videogestützte Sprachtherapie bei Kindern mit USES ähnlich wirksam ist wie eine herkömmliche Behandlung. Hierzu führen die Forschenden eine randomisierte Vergleichsstudie mit einer Interventions- und Kontrollgruppe durch. Dabei vergleichen sie den kurz- und langfristigen Nutzen von 30 Therapieeinheiten, die einmal wöchentlich in Präsenz und als Einzelsitzungen stattfinden, mit einer Online-Therapie, die in drei Therapieblöcken mit je drei Einheiten pro Woche in einer Kleingruppe durchgeführt werden. Sowohl die Therapieprozesse als auch gesundheitsökonomische Aspekte werden im Rahmen des Projekts evaluiert; die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen in entsprechende Handlungsempfehlungen einfließen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,35 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall könnte die Online-Intervall-Kleingruppentherapie eine Alternative zur bestehenden Einzel-Präsenz-Standardtherapie darstellen, die erforderliche Präsenz auf ein Minimum reduzieren und die begleitenden Familienangehörigen so entlasten.

Konsortialpartner

Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement (EsFoMed) GmbH, Heilpädagogisch Therapeutisches Zentrum gGmbH, Universität Bremen