TransitADI – Transition von jungen Menschen mit Adipositas von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin

Projektbeschreibung

Fast jedes fünfte Kind in Deutschland hat Übergewicht; 5,4 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahre leiden sogar an Adipositas, d. h. krankhaftem Übergewicht. Dies kann weitreichende gesundheitliche Folgen haben, die im Erwachsenenalter oft bestehen bleiben – von Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes bis hin zu Erkrankungen des Bewegungsapparats und hohen psychischen Belastungen. Die bestehenden Leitlinien zur Behandlung von Adipositas im Kindes- und Erwachsenenalter sind jedoch uneinheitlich und adressieren die Besonderheiten des Jugendalters und der Übergangsphase in der Versorgung durch die Kinderärztinnen und -ärzte in die hausärztliche Versorgung nicht.

Dem will das Projekt TransitADI entgegenwirken und eine koordinierte multiprofessionelle Betreuung bis ins junge Erwachsenenalter sicherstellen. Die von den Forschenden entwickelte Leitlinie soll die Behandlung von jungen Menschen mit Adipositas sowie deren Übergang in Versorgungseinrichtungen der Erwachsenenmedizin strukturieren und standardisieren.

Die Entwicklung der Leitlinie erfolgt gemäß dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF), d. h. eine Leitliniengruppe legt konkrete Fragestellungen fest und führt eine systematische Recherche und Bewertung wissenschaftlicher Veröffentlichungen durch. In einem strukturierten Verfahren werden daraufhin Empfehlungen formuliert und über die AWMF veröffentlicht. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 450.000 Euro gefördert.

Die Leitlinie soll eine an den individuellen Bedarf angepasste Begleitung ermöglichen und jungen Menschen im selbstverantwortlichen Umgang mit ihrer Erkrankung unterstützen. Die nahtlose Weiterführung der Adipositas-spezifischen Angebote soll unerwünschten Komplikationen und Langzeitfolgen im Erwachsenenalter entgegenwirken, die Lebensqualität Betroffener verbessern und ihre sozialen Teilhabechancen erhöhen.

Konsortialpartner

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Hochschule Hannover