Versorgungsforschung

RICARGA – Identifikation von spezifischen Risikofaktoren für eine Kolonisation mit Carbapenem-resistenten gramnegativen Bakterien oder Candidozyma auris bei Patienten mit Kontakt zum Gesundheitswesen im Ausland

Projektdaten

  • Themenschwerpunkte: Hygiene- und Umweltmedizin, Impfungen und Infektionskrankheiten
  • Zielgruppe: Erwachsene
  • Versorgungsbereich: stationär
  • Bundesland: Berlin
  • Förderkennzeichen: 01VSF26051
  • Laufzeit: 04/2027 – 03/2030
  • Status: laufend

Wesentliche Projektelemente

Projektbeschreibung

Patientinnen und Patienten, die Kontakt zum Gesundheitswesen im Ausland (KGA) hatten, werden bei der Aufnahme in ein deutsches Krankenhaus oft pauschal isoliert. Grund hierfür ist die Vermeidung der Übertragung von im Ausland erworbenen Erregern, wie „Carbapenem-resistenten gramnegativen Bakterien (4MRGN)“ oder dem neuartigen Pilz „Candidozyma auris“. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass über 80 Prozent dieser Patientinnen und Patienten negativ auf diese Erreger getestet werden, sodass die Isolierung nicht notwendig gewesen wäre. Die Isolierungsmaßnahmen verursachen hohe Kosten für die Kliniken und bedeuten eine psychische Belastung für die Betroffenen. Es fehlt an Evidenz, um spezifische Risikofaktoren für eine Kolonisation oder Infektion mit diesen Erregern zu identifizieren und unnötige Isolierungen zu vermeiden.

Das Ziel des Projekts RICARGA ist daher die Entwicklung eines strukturierten Fragebogens, mit dem sich eine ausführliche Anamnese und somit ein spezifisches Risikoprofil erfassen lassen. Dabei werden Faktoren identifiziert, die das Risiko einer Kolonisation mit Carbapenem-resistenten gramnegativen Bakterien (4MRGN) oder Candidozyma auris erhöhen. Die multizentrische Fall-Kontroll-Studie wird an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und in ausgewählten Vivantes-Kliniken durchgeführt. Dabei werden Patientinnen und Patienten mit positivem Screening auf 4MRGN oder Candidozyma auris nach KGA mit solchen mit negativem Screening verglichen. Durch den Vergleich der Anamnesedaten beider Gruppen werden Risikoprofile ermittelt. Zudem wird die psychische Belastung von isolierten und nicht isolierten Personen erhoben und verglichen sowie das Einsparpotenzial durch vermiedene Isolationstage kalkuliert.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 900.000 Euro gefördert.

Kliniken steht im Erfolgsfall ein validiertes und standardisiertes Aufnahmeverfahren zur Risikoeinschätzung bereit. Dieses ermöglicht eine sichere Identifikation von Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko und reduziert gleichzeitig unnötige Isolierungen. Die Implementierung dieses Tools kann die Patientensicherheit erhöhen, die Versorgungsqualität verbessern und die ökonomische Effizienz der stationären Hygieneversorgung in Deutschland nachhaltig steigern.

Projektleitung und Konsortialpartner

Projektleitung

Prof. Dr. Christine Geffers
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
+49 30 450-577612
christine.geffers@charite.de

Konsortialpartner

Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH

Förderangaben

  • Förderbereich: Versorgungsforschung
  • Förderverfahren: Versorgungsforschung
  • Fördersumme: ca. 907.000 Euro
  • Förderbekanntmachung: 20.06.2025
  • Themenfeld: themenoffen

Projektleitung und Konsortialpartner

Projektleitung

Prof. Dr. Christine Geffers
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
+49 30 450-577612
christine.geffers@charite.de

Konsortialpartner

Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH

Förderangaben

  • Förderbereich: Versorgungsforschung
  • Förderverfahren: Versorgungsforschung
  • Fördersumme: ca. 907.000 Euro
  • Förderbekanntmachung: 20.06.2025
  • Themenfeld: themenoffen