Versorgungsforschung

RiSE – Reduktion inadäquaten Schlafmittelgebrauchs durch Patienten-Empowerment

Projektdaten

  • Themenschwerpunkt: Sonstige
  • Zielgruppe: ältere Menschen
  • Versorgungsbereich: ambulant
  • Bundesland: Bayern
  • Förderkennzeichen: 01VSF26052
  • Laufzeit: 01/2027 – 12/2029
  • Status: laufend

Wesentliche Projektelemente

Projektbeschreibung

Viele ältere Menschen nehmen über Monate oder Jahre schlafanstoßende Medikamente ein. Doch viele dieser Medikamente, insbesondere Benzodiazepine und sogenannte Z-Substanzen, können bei längerer Anwendung unter anderem Schwindel, Benommenheit, kognitive Beeinträchtigungen und Abhängigkeit verursachen. Besonders problematisch ist ihre Kombination mit weiteren Arzneimitteln, die ebenfalls das Sturzrisiko erhöhen. Stürze können bei älteren Menschen zu Frakturen, Krankenhausaufenthalten, Pflegebedürftigkeit und einem dauerhaften Verlust an Selbstständigkeit führen. Dies wiederum verursacht hohe Kosten im Gesundheitssystem.

In dem Projekt RiSE soll untersucht werden, ob eine niedrigschwellige, schriftliche Informationsbroschüre dazu führt, dass langandauernde Schlafmittelverordnungen beendet werden. Hierzu erhalten 1.800 zufällig ausgewählte, mindestens 60 Jahre alte Versicherte der BARMER, die aktuell und regelmäßig mindestens ein Schlafmittel verordnet bekommen, eine schriftliche Informationsbroschüre. Die Broschüre soll über Risiken aufklären, das Wissen der Versicherten stärken, Alternativen aufzeigen und sie dazu anregen, den Langzeitgebrauch von Schlafmitteln unter hausärztlicher Aufsicht zu beenden. Nach zwölf Monaten wird untersucht, ob die einmalige schriftliche Information zu einer höheren Rate des vollständigen Absetzens von Schlafmitteln, im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Anschreiben geführt hat. Neben der Wirksamkeit soll zudem die Akzeptanz und Umsetzbarkeit der Broschüre untersucht werden. Hierzu werden Interviews mit Patientinnen und Patienten sowie Hausärztinnen und Hausärzten durchgeführt.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 920.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall führt die zielgerichtete Direktansprache zur Beendigung einer Langzeittherapie mit schlafanstoßenden Medikamenten und trägt maßgeblich zur nachhaltigen Stärkung der Patientensicherheit bei. Diese Erkenntnisse lassen sich ebenso auf andere kritische Arzneimittel, wie beispielsweise Opioide oder Antipsychotika, übertragen und in die Versorgung integrieren.

Projektleitung und Konsortialpartner

Projektleitung

Prof. Dr. Tobias Dreischulte
LMU Klinikum München
Institut für Allgemeinmedizin
Nußbaumstraße 5
80336 München
+49 89 4400-55447
tobias.dreischulte@med.uni-muenchen.de

Konsortialpartner

aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, BARMER

Förderangaben

  • Förderbereich: Versorgungsforschung
  • Förderverfahren: Versorgungsforschung
  • Fördersumme: ca. 928.000 Euro
  • Förderbekanntmachung: 20.06.2025
  • Themenfeld: themenoffen

Projektleitung und Konsortialpartner

Projektleitung

Prof. Dr. Tobias Dreischulte
LMU Klinikum München
Institut für Allgemeinmedizin
Nußbaumstraße 5
80336 München
+49 89 4400-55447
tobias.dreischulte@med.uni-muenchen.de

Konsortialpartner

aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, BARMER

Förderangaben

  • Förderbereich: Versorgungsforschung
  • Förderverfahren: Versorgungsforschung
  • Fördersumme: ca. 928.000 Euro
  • Förderbekanntmachung: 20.06.2025
  • Themenfeld: themenoffen