DIAMANT – SchilddrüsenDIAgnostik in der AMbulANTen Versorgung

Projektbeschreibung

Um mögliche Schilddrüsenerkrankungen abzuklären, werden rund ein Drittel der Labortests nicht leitliniengerecht vorgenommen und Ultraschalluntersuchungen häufig zu früh eingesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, einen Schilddrüsenknoten zu finden, ist dabei hoch und liegt Studien zufolge bei bis zu 70 Prozent. Fast alle Knoten sind gutartig und gesundheitlich unproblematisch, ihre Entdeckung führt aber häufig zu unnötigen Folgeuntersuchungen sowie Therapien und kann die Betroffenen stark verunsichern. Bislang fehlt ein Verfahren zur korrekten Risikoabwägung bei Diagnoseuntersuchungen und der entsprechenden Kommunikation mit den Betroffenen.

Das Projektteam DIAMANT möchte dazu beitragen, dass die Notwendigkeit und die Risiken von diagnostischen Tests mit größerer Sicherheit beurteilt werden. Dazu wird eine Diagnostik-Box (Intervention) aus Arzt- und Patientensicht entwickelt und deren Machbarkeit geprüft. Sie besteht unter anderem aus Elementen wie Schulung zur Diagnostik, Überdiagnostik sowie Risikokommunikation, Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten und einem Instrument zur Risikokommunikation bei Ultraschalluntersuchungen. Fünfzehn Arztpraxen erhalten eine Schulung und anschließend Zugang zur Diagnostik-Box, um diese zu testen. Sechs Monate lang werden diese Interventionspraxen dazu angehalten, die Elemente gezielt im Praxisalltag zu nutzen und ihre Erfahrungen zu dokumentieren. Fünfzehn weitere Kontrollpraxen erhalten keine zusätzlichen Informationen bezüglich schilddrüsenbezogener Diagnostik. Nach einem halben Jahr wird evaluiert, ob die Diagnostik-Box dazu beiträgt, die Notwendigkeit und Risiken diagnostischer Tests mit größerer Sicherheit zu beurteilen.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,5 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die Diagnostik-Box helfen, unnötige Untersuchungen der Schilddrüse zu vermeiden. Die Entwicklung der Box kann als methodische Vorlage für weitere Diagnostik-Boxen dienen, die auch in anderen medizinischen Bereichen zur besseren Risikokommunikation beitragen und unnötige Diagnostik vermeiden helfen.

Konsortialpartner

GWQ ServicePlus AG, Kassenärztliche Vereinigung Thüringen, Technische Universität Dresden, Universitätsklinikum Jena

Themenfeld: Themenoffen

Sitz des Antragstellers: Bayern

Status: laufend

Kontakt

Dr. Susann Hueber
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Universitätsklinikum Erlangen,
Allgemeinmedizinisches Institut
Universitätsstraße 29
91054 Erlangen
+49 9131 8535963
susann.hueber@uk-erlangen.de