IDV Post-COVID – Effekte der interdisziplinären Versorgung auf den Verlauf und die gesundheitsökonomischen Kosten der Post-COVID-Erkrankung

Projektbeschreibung

Deutschlandweit wurden bisher rund 39 Millionen Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus und seiner Varianten offiziell bestätigt. Bei einem nicht unerheblichen Anteil der Betroffenen treten auch nach Genesung langanhaltende Beschwerden auf. Diese werden zusammengefasst als Post-COVID-Syndrom (PCS) bezeichnet und sind oft so schwer, dass ein normaler Alltag nicht mehr möglich ist. Für PCS gibt es bisher keine eindeutige Diagnostik und nur symptombezogene Therapieansätze. Die Ursachen für PCS sind bislang nicht gut verstanden; für viele Betroffene bedeutet dies eine lange Suche nach einer adäquaten Behandlung. Sie suchen wiederholt Hilfe bei verschiedenen medizinischen Praxen und Post-COVID-Zentren, was zu langen Wartezeiten sowie Fehlversorgungen führt.

Im Projekt IDV Post-COVID wollen die Forschenden ein Verfahren entwickeln und testen, mit dessen Hilfe Post-COVID-Erkrankte effizienter versorgt werden können. Das Verfahren beinhaltet im Kern eine fachübergreifende Sprechstunde mit internistischem und psychosomatischem fachärztlichen Personal. In der Studie werden die Daten über den Krankheitsverlauf von Post-COVID-Betroffenen, die mit dem neuen Verfahren therapiert wurden, verglichen mit denen von Erkrankten, die auf der Warteliste für eine Post-COVID-Ambulanz stehen und die zurzeit übliche Versorgung erhalten. Zusätzlich werden die Behandlungskosten der nach dem neuen Verfahren therapierten Post-COVID-Erkrankten im Vergleich zum Vorjahr sowie die finanziellen Auswirkungen dieser Erkrankung ausgewertet. Um die Sicht und Erfahrungen von Patientinnen und Patienten einzubinden, wird ein Patientenbeirat etabliert, der die Entwicklung des Therapieverfahrens begleitet und berät.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 880.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall trägt die Zusammenarbeit von internistisch und psychosomatisch qualifizierten Fachärztinnen und Fachärzten dazu bei, die Versorgung von PCS-Erkrankten zu verbessern und die Behandlungskosten zu reduzieren. Eine bessere Versorgung trägt dazu bei, den Leidensdruck der Betroffenen zu verringern und ihnen eine bessere Teilhabe am Alltag zu ermöglichen.

Themenfeld: Versorgung von Patientinnen und Patienten mit postviralen Symptomkomplexen wie z. B. Post-/Long-COVID, ME/CFS

Sitz des Antragstellers: Bayern

Status: laufend

Kontakt

Prof. Dr. Yesim Erim
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung
Schwabachanlage 6
91054 Erlangen
+49 9131 8535928
yesim.erim@uk-erlangen.de